Saison:

 
 

Sonntag, 26.11.2006, 18:00 Uhr

 

VfB Stuttgart

Borussia Mönchengladbach

Ergebnis

1 : 0  (1 : 0)

Schiedsrichter
Zuschauer
Dr. Helmut Fleischer
53000
Aufstellung
1
Timo Hildebrand

6
Fernando Meira

11
Thomas Hitzlsperger

13
Pavel Pardo

15
Arthur Boka

17
Matthieu Delpierre

18
Cacau

19
Roberto Hilbert

25
Antonio da Silva

33
Mario Gomez

35
Serdar Tasci

19
Christofer Heimeroth

2
Bo Svensson

4
Thomas Helveg

6
Eugen Polanski

10
Federico Insua

13
Zé António

15
Kahé

22
Oliver Kirch

24
Peer Kluge

33
Marvin Compper

37
Tobias Levels

Tore
6. Min 1:0  Cacau
     
Auswechslungen
68. Min Antonio da Silva
  Daniel Bierofka
76. Min Cacau
  Marco Streller
81. Min Thomas Hitzlsperger
  Ricardo Osorio
61. Min Eugen Polanski
  Michael Delura
71. Min Marvin Compper
  Bernd Thijs
     
     
Karten
73. Min Fernando Meira
     
     
31. Min Bo Svensson
71. Min Michael Delura
91. Min Oliver Kirch
Trainer
Armin Veh
Jupp Heynckes
 
 
 
Bundesliga, 26.11.2006

Glanzloser Sieg

Zwei Neue brachte VfB-Cheftrainer Armin Veh beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach im Vergleich zur 1:2-Niederlage in der Vorwoche beim FC Bayern in seiner Startformation. Der nach Wadenproblemen wieder genesene Kapitän Fernando Meira spielte in der Innenverteidigung an der Seite von Matthieu Delpierre. Deshalb rückte Serdar Tasci auf die rechte Seite der Viererkette und nahm den Platz von Roberto Hilbert ein, der dort bisher Ricardo Osorio vertreten hatte. Der Mexikaner war nach ausgeheiltem Muskelfaserriss zwar im Kader aber noch nicht wieder in der Startelf. Hilbert rückte indes wieder eine Position nach vorne auf die rechte Mittelfeldseite und übernahm den Part von Christian Gentner, dem deshalb nur ein Bankplatz blieb. Zudem kehrte Thomas Hitzlsperger nach seiner Gelb-Rot-Sperre in München wieder ins Team zurück und übernahm die Rolle im halblinken Mittelfeld von Sami Khedira, der wegen Adduktorenproblemen erst gar nicht zum Aufgebot zählte.
Mit Rücksicht auf die Feiertagsgesetzgebung (Totensonntag) begann die Sonntagspartie gegen die Borussia eine Stunde später als gewohnt und somit erst um 18.00 Uhr. Die erste Halbchance gab es nach zweieinhalb Minuten zu sehen. Arthur Boka fand am Strafraum Cacau, dessen Schuss aus halblinker Position aber letztlich weit drüber ging. Sechs Minuten waren gespielt, als der Brasilianer im VfB-Trikot dann aber jubeln dürfte. Roberto Hilbert flankte von der rechten Seite. Seine leicht abgefälschte Hereingabe wurde lang und länger, weshalb Gladbachs Keeper Christopher Heimeroth in arge Not geriet. Der Ball fand über seine Fingerspitzen den Weg an die Querlatte, den Abpraller haute dann Cacau zum frühen 1:0 in die Maschen. Der VfB blieb am Drücker und hatte nach elf gespielten Minuten eine weitere Gelegenheit. Mario Gomez zog eine Flanke von der rechten Seite in den Strafraum, wo Thomas Helveg in höchster Not vor Roberto Hilbert zur Ecke klären konnte. In den folgenden Minuten tat sich dann recht wenig.

Top

Der VfB war mit der Führung im Rücken auf Spielkontrolle aus und tat nicht mehr als notwendig und die von vorne herein sehr defensiv eingestellten Gäste kamen höchst selten einmal in die VfB-Hälfte. Thomas Hitzlsperger versuchte Mitte der ersten Hälfte schließlich seinem Spitznamen "The Hammer" Ehre zu machen und nahm sich einer Freistoßaufgabe in zentraler Position und gut 23 Metern Torentfernung an, allerdings endete sein Versuch in der Abwehrmauer der Gäste und Arthur Bokas folgender Nachschuss in Heimeroths Arme. Im Gegenzug schoss Mönchengladbach dann in Person von Kahê erstmals in Richtung VfB-Tor, doch der Brasilianer verfehlte das Ziel weit, so dass Timo Hildebrand nicht gefordert war.

Wenig bis keine Torchancen

Die Mannschaft von Trainer Armin Veh hatte den Gegner weiter im Griff, ohne dabei den ganz großen Druck zu entwickeln. Erst nach einer knappen halben Stunde gab es wieder Möglichkeiten, einen weiteren Treffer zu markieren. Zunächst zögerte Mario Gomez nach einem Pass in die Tiefe aber an der Strafraumgrenze zu lange mit dem Abschluss, brach die Situation dann ab und fand mit einem kurzen Pass zurück Pavel Pardo, dessen Schuss aber über den Kasten ging. Und wenig später bot sich zunächst Roberto Hilbert in Nahdistanz die Chance zum Schuss in Richtung Borussen-Tor, doch der VfB-Mittelfeldspieler wurde abgeblockt und Cacau scheiterte im zweiten Versuch an Christopher Heimeroth. Mönchengladbach kam durch Eugen Polanski wenig später zu einer Halbchance, seinen Distanzschuss parierte Timo Hildebrand aber ohne Mühe. Der VfB versuchte nach etwas mehr als einer halben Stunde die Gäste vom Niederrhein etwas heraus zu locken, um Raum für Konterangriffe zu finden, aber die Borussia hielt weiter an ihrem strikten Defensivstil fest. So entwickelte sich eine Partie mit nur sehr wenigen Höhepunkten. Es dauerte bis sechs Minuten vor der Pause, als die 53.000 Zuschauer im Gottlieb-Daimler-Stadion endlich mal wieder eine Torchance zu sehen bekamen. Thomas Hitzlspergers Distanzschuss rauschte aber knapp rechts am Pfosten des Gäste-Tores vorbei. Und auch Roberto Hilbert hatte kurz vor der Halbzeit das Visier nicht richtig eingestellt, denn sein noch abgefälschter Weitschuss ging rechts am Kasten vorbei. Als Pavel Pardo danach von der rechten Seite ins Zentrum flankte, war Christopher Heimeroth einmal mehr nicht sicher beim Versuch die Kugel abzufangen, allerdings stand kein VfB-Spieler in der Nähe, der aus diesem Fehler hätte Kapital schlagen können. So ging es mit einer 1:0-Führung für den VfB in die Kabinen, da Gladbach im ersten Durchgang offensiv nicht stattgefunden hatte und die Veh-Elf nach dem 1:0 nicht mit Nachdruck auf den zweiten Treffer spielte.
Die zweite Hälfte begannen beide Teams in personeller Hinsicht unverändert. Der VfB startete gut, denn Mario Gomez stürmte bereits nach wenigen Sekunden in Richtung Tor und schloss aus halblinker Position ab. Sein Versuch wurde aber zu einer Art Hereingabe, die Zé Antonio mit letztem Einsatz vor dem herannahenden Cacau zur Ecke lenken konnte. Diese hob Antonio da Silva in die Mitte und fand den Kopf von Serdar Tasci, der das Spielgerät gefährlich aufs Tor beförderte, wo Peer Kluge für seinen bereits geschlagenen Keeper Christopher Heimeroth auf der Linie klären musste. Doch nach dem viel versprechenden Start sollten beide Teams zunächst wieder weitgehend in die Lethargie der ersten 45 Minuten verfallen. Erneut plätscherte die Partie minutenlang ohne Höhepunkte vor sich hin. Erst nach einer knappen Stunde wurde es mal wieder aufregend. Antonio da Silva hob die Kugel in den Strafraum auf Mario Gomez, der aber aus der Drehung über den Gladbacher Kasten schoss.

Gladbacher in der Schlussphase dominant

Und als die Gäste Sekunden später den Ball im Strafraum nicht aus der Gefahrenzone brachten und sich das Spielgerät wie eine Flipperkugel durch Freund und Feind bewegte, sollte Cacau letztlich zum Abschluss gelangen, allerdings fand der Brasilianer nur die auffangbereiten Arme von Christopher Heimeroth, der danach bei zwei Distanzschüssen von Thomas Hitzlsperger nicht gefordert wurde, da der VfB-Nationalspieler in beiden Fällen rechts vorbei zielte. Borussen-Coach Jupp Heynckes wechselte nach 62 Minuten dann erstmals aus und brachte für den defensiven Mittelfeldspieler Eugen Polanski mit Michael Delura einen zweiten Angreifer in die Partie. Wenig später tauschte dann auch Armin Veh aus. Er brachte nach 68 Minuten Daniel Bierofka für Antonio da Silva ins Spiel. Sekunden später wurde der neue VfB-Spieler unbewusst zum Retter in höchster Gefahr. Denn Michael Deluras Ecke köpfte Federico Insua gefährlich auf das Tor von Timo Hildebrand und nur weil Daniel Bierofkas Schulter noch dazwischen war, klatschte die Kugel bei der ersten wirklichen Chance der Borussia an die Latte und ging nicht ins Tor. Der abgeprallte Ball blieb danach in den Reihen der Gladbacher, die allerdings gegen eine in dieser Situation nicht geordnete VfB-Hintermannschaft keinen Nutzen schlagen konnten. 20 Minuten vor dem Ende ersetzte schließlich Bernd Thijs bei den Gästen den ehemaligen VfB-Spieler Marvin Compper. Und beim VfB kam für die Schlussviertelstunde Marco Streller anstelle des Torschützen Cacau zum Zug. Die Borussen witterten derweil in der Schlussphase Morgenluft und wurden gegen einen zu wenig aggressiven und nachlässigen VfB immer mutiger. Ein Schuss von Oliver Kirch strich nur knapp am linken Pfosten vorbei und Michael Deluras Abschluss wurde wenig später noch zur Ecke abgeblockt und nur deshalb nicht gefährlich. Der ehemaliger 96er versuchte es elf Minuten vor dem Ende auch noch aus spitzem Winkel, aber Timo Hildebrand packte sicher zu. Gladbach war nun das klar aktivere Team und auch Kahê versuchte es aus der Distanz, letztlich jedoch ohne Erfolg. Armin Veh sah, dass seine Elf unter Druck geriet und verstärkte deshalb mit Ricardo Osorio die Defensive. Der Mexikaner kam neun Minuten vor Schluss für Thomas Hitzlsperger zu einem Kurz-Comeback. Eine aussichtsreiche Freistoßchance vergab unterdessen Federico Insua nur 60 Sekunden nach dem dritten VfB-Wechsel, denn der Argentinier schoss den Ball aus zentraler Position und gut 23 Metern Entfernung in die Wolken. Die letzte Großchance für die in der Schlussphase wie verwandelten Borussen vergab Tobias Levels nach einer per Kopf verlängerten Rechtsflanke, als der Defensivspieler mit einer Direktabnahme den Ball knapp rechts vorbeisetzte. Einen der weniger Entlastungsangriffe fuhr der VfB zwei Minuten vor dem Ende. Mario Gomez setzte sich gegen gleich drei Gäste-Spieler durch und wurde im Strafraum von Bo Svensson umgestoßen, was Schiedsrichter Helmut Fleischer aber nicht als elfmeterwürdig wertete und zum Entsetzen der VfB-Fans weiterlaufen ließ, um wenig später das Spiel dann zu beenden.

Der VfB konnte sich am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim knappen 1:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach lediglich über das Tor von Cacau und die drei gewonnenen Zähler freuen. Denn spielerisch ging gegen im ersten Durchgang erschreckend harmlose Gäste trotz des frühen Tores nicht viel zusammen. Da es die Veh-Elf versäumte, einen zweiten Treffer nachzulegen und nach etwas mehr als einer Stunde durch mangelnde Aggressivität und einfache Fehler den Gegner aufbaute, musste am Ende sogar noch um einen früh sicher geglaubten Sieg gezittert werden.

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