Saison:

 
 

Samstag, 21.04.2007, 15:30 Uhr

 

VfB Stuttgart

FC Bayern München

Ergebnis

2 : 0  (2 : 0)

Schiedsrichter
Zuschauer
Dr. Markus Merk
57400
Aufstellung
1
Timo Hildebrand

3
Ricardo Osorio

6
Fernando Meira

11
Thomas Hitzlsperger

13
Pavel Pardo

16
Benjamin Lauth

17
Matthieu Delpierre

18
Cacau

19
Roberto Hilbert

21
Ludovic Magnin

28
Sami Khedira

1
Oliver Kahn

3
Lucio

5
Daniel van Buyten

10
Roy Makaay

11
Lukas Podolski

17
Mark van Bommel

20
Hasan Salihamidzic

21
Philipp Lahm

23
Owen Hargreaves

24
Roque Santa Cruz

30
Christian Lell

Tore
23. Min 1:0  Cacau
25. Min 2:0  Cacau
     
     
Auswechslungen
61. Min Benjamin Lauth
  Antonio da Silva
78. Min Roberto Hilbert
  Andreas Beck
87. Min Cacau
  Marco Streller
45. Min Lukas Podolski
  Claudio Pizarro
73. Min Roque Santa Cruz
  Andreas Görlitz
84. Min Hasan Salihamidzic
  Ali Karimi
Karten
     
     
     
33. Min Oliver Kahn
44. Min Lukas Podolski
72. Min Mark van Bommel
Trainer
Armin Veh
Ottmar Hitzfeld
 
 
 
Bundesliga, 21.04.2007

VfB demütigte Bayern

Zwei Neue brachte Armin Veh beim Südgipfel in der Fußball-Bundesliga gegen den FC Bayern München im Vergleich zum 1:0-Erfolg unter der Woche im DFB-Pokal-Halbfinale in Wolfsburg. Der nach einer Zerrung wieder einsatzfähige und in der Liga zuletzt rot-gesperrte Thomas Hitzlsperger ersetzte im Mittelfeld Pokal-Torschütze Antonio da Silva und in vorderster Front durfte Benjamin Lauth anstelle von Marco Streller ran.
Der VfB hatte gleich in der ersten Minute die Aussicht, gefährlich vor das Münchner Tor zu kommen. Einen Freistoß von Thomas Hitzlsperger köpfte Sami Khedira im Strafraum quer auf Benny Lauth, dessen Abschluss unter Bedrängnis jedoch missriet. Nach fünf eher belanglosen Minuten flankte dann Roberto Hilbert vom rechten Flügel auf Benny Lauth, der gegen den etwas nachlässigen Lucio zwar an den Ball, aber nicht zwingend genug zum Abschluss kam, weshalb Oliver Kahn die Kugel sicher abfangen konnte. Bayerns erste Offensivaktion gab es nach zwölf Minuten zu sehen, als Christian Lell auf der rechten Seite beim Versuch in den Strafraum zu ziehen von Benny Lauth gestoppt wurde und dafür einen Elfmeter reklamierte, den Schiedsrichter Dr. Markus Merk freilich nicht verhängte. Mark van Bommel versuchte es wenig später mit einem raffinierten Heber von der Strafraumgrenze aus, der aber nicht nur über Timo Hildebrand, sondern auch über das VfB-Tor ging. Nach 18 Minuten war der VfB schließlich nach einer kurz auf Philipp Lahm ausgeführten Ecke im Glück, dass zunächst Daniel van Buyten dessen Hereingabe nicht voll erwischte und der frei stehende Hasan Salihamidzic dann zu überrascht war, dass der Ball vor seinen Füßen landete. Letztlich flog das Spielgerät ins Toraus. Der VfB antwortete nach einem weiten Ball von Pavel Pardo in Person Thomas Hitzlspergers, der am linken Strafraumeck zunächst Gegenspieler Lucio elegant mit der Hacke überlupfte, im Strafraum dann aber gegen den aufmerksamen Oliver Kahn nicht mehr zwingend zum Abschluss kam.

Top

Auch ein Kopfball von Roberto Hilbert nach Flanke von Ludovic Magnin fand danach das Ziel noch nicht, was sich aber nach 23 Minuten ändern sollte.

Doppelpack von Cacau

Ricardo Osorio flankte von rechts und Christian Lells Abwehrversuch prallte an den Oberkörper von Cacau und von dort am verdutzten und gleichfalls chancenlosen Oliver Kahn vorbei zum 1:0 ins Bayern-Tor. Und nur wenige Sekunden später lag das Spielgerät eben dort zum zweiten Mal, denn nach einer Hereingabe von Sami Khedira reagierte Cacau in der Mitte schneller als alle Bayern-Verteidiger und verwandelte aus Nahdistanz zum viel umjubelten 2:0 ins rechte untere Eck. Exakt 28 Minuten waren gespielt, als dem VfB-Brasilianer nur Zentimeter zu einem Hattrick fehlten. Nach einem Steilpass vernaschte er an der Strafraumgrenze den letzten verbliebenen Münchner Defensivspieler und nagelte mit links die Kugel hauchdünn am Kasten der Bayern vorbei. Diese reagierten auf den Rückstand vor allem mit Härte, was Fouls von Owen Hargreaves gegen Roberto Hilbert und von Hasan Salihamidzic gegen Thomas Hitzlsperger unterstrichen, die Schiedsrichter Merk zum Unmut der VfB-Fans unbestraft ließ. Als Oliver Kahn nach 32 Minuten entnervt ob der Vorstellung seiner Vorderleute seine Baseballkappe weg warf, hatte dies in erste Linie damit zu tun, dass Cacau nach einer Osorio-Flanke Sekunden zuvor nur die Querlatte getroffen hatte und die Münchner im Glück waren, nicht noch höher in Rückstand geraten zu sein. Obwohl der VfB in den letzten zehn Minuten vor der Pause einen Gang raus nahm und versuchte, die Bayern zu locken, um mit Kontern zu einem weiteren Erfolgserlebnis zu kommen, blieben klare Chancen der Münchener aus. Im Gegenteil: Einen Distanzschuss von Thomas Hitzlsperger lenkte Oliver Kahn 60 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit des ersten Durchgangs mit den Fingerspitzen um den Pfosten und verhinderte dadurch ein weiteres Gegentor. Somit ging es mit einer mehr als verdienten 2:0-Pausenführung durch den Doppelpack von Cacau in die Kabinen.

Bayerns Drangphase nach Wiederbeginn

Aus diesen kehrte der VfB unverändert zurück auf den Platz, bei Bayern ersetzte mit Claudio Pizarro ein frischer Stürmer den blassen Nationalspieler Lukas Podolski. Die Pausenansprache von Bayern Coach Ottmar Hitzfeld dürfte entsprechend laut gewesen sein, denn mit wesentlich mehr Engagement gingen die Gäste die zweiten 45 Minuten an. Der eingewechselte Pizarro verfehlte nach 50 Minuten mit einem satten Weitschuss das VfB-Tor nur knapp, weil er zuvor nicht energisch gestört wurde. Und bei einem Versuch von Mark van Bommel war Timo Hildebrand zur Stelle. Aber auch der VfB hatte eine Großchance, gleich nach Wiederbeginn alles klar zu machen. Cacau steckte die Kugel zu Roberto Hilbert durch, der in zentraler Position nahezu ungedeckt rechts am Tor vorbei schoss. Benny Lauth wurde wenig später auf Höhe der Mittellinie nach einem Pass von Sami Khedira zurückgepfiffen und stand dabei, wenn überhaupt, dann nur hauchdünn im Abseits. In Minute 57 versuchte es Thomas Hitzlsperger aus gut 20 Metern mit seinem schwächeren rechten Fuß und zwang Oliver Kahn zu einer weiteren Glanztat. VfB-Coach Armin Veh musste nach etwas mehr als einer Stunde dann auswechseln, da es für den angeschlagenen Benny Lauth nicht mehr weiter ging. Er wurde durch Antonio da Silva ersetzt. Bayern hatte nach der Pause zwar mehr Spielanteile, der VfB aber weiterhin die besseren Chancen. So flankte der eingewechselte Antonio da Silva Mitte des zweiten Durchgangs von der linken Seite flach in den Strafraum und fand das Bein von Sami Khedira, der die Kugel aber rechts am Kasten der Münchner vorbeisetzte. 17 Minuten vor dem Ende tauschte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld dann zum zweiten Mal aus. Andreas Görlitz nahm den Platz von Roque Santa Cruz ein. Beim VfB kam wenig später Andreas Beck für Roberto Hilbert ins Spiel. Bayerns nächste Halbchance hatte indes Hasan Salihamidzic, dessen abgeblockter Schuss jedoch links vorbei ging und für Timo Hildebrands Kasten keine Gefahr bedeutete. Sechs Minuten vor Schluss kam Ali Karimi bei den Münchnern noch zu einem Kurzeinsatz. Er wurde für Hasan Salihamidzic eingetauscht. Unter dem Applaus der Zuschauer verließ danach auch noch Doppeltorschütze Cacau den Rasen und machte Marco Streller Platz. Timo Hildebrand wischte derweil kurz vor Schluss einen Kopfball von Christian Lell noch über die Querlatte, was die letzte Aktion der Partie war.

Selten gab es wohl einen einseitigeren Südgipfel als dieses Duell zwischen einem in allen Belangen überlegenen und auf allen Positionen überzeugenden VfB und einer nahezu die gesamte Spielzeit über desolaten Münchner Mannschaft. Der VfB legte sich mit der notwendigen Aggressivität den Gegner früh zurecht und stieß Mitte des ersten Durchangs durch Cacau dann doppelt und eiskalt zu. Mit dem 0:2-Pausenrückstand waren die Münchner mehr als gut bedient. Lediglich in den Minuten unmittelbar nach der Pause trat der FC Bayern etwas engagierter auf, konnte aber eine souveräne VfB-Elf nie gefährden. Am Ende gewann der VfB ohne Zweifel verdientermaßen das direkte Duell um Champions League Platz drei und hält auch vier Runden vor Schluss weiter alle Trümpfe in der Hand.

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