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Länderspiele, 12.06.2008

Rückschlag für die DFB-Auswahl

Im ausverkauften Wörthersee-Stadion in Klagenfurt trat die deutsche Nationalmannschaft heute am frühen Abend zu ihrem zweiten EM-Endrundenspiel der Gruppe B gegen Kroatien an. Wie schon beim 2:0-Auftaktsieg gegen Polen am vergangenen Sonntag war der VfB mit Angreifer Mario Gomez und Neuzugang Jens Lehmann gleich zweifach in der Startformation von Bundestrainer Joachim Löw vertreten. Thomas Hitzlsperger blieb indes die gesamten 90 Minuten über nur die Zuschauerrolle. Gegen die im ersten Match gegen Mit-Gastgeber Österreich ebenfalls siegreichen Kroaten (1:0) dauerte es sage und schreibe 24 Minuten bis zur ersten echten Torchance, da sich beide Teams zuvor neutralisierten. Diese erste Möglichkeit führte dann aber gleich zur Führung der Kroaten. Nach einer Linksflanke von Danijel Pranjic war Marcel Jansen nicht eng genug an Dario Srna dran, der aus Nahdistanz Jens Lehmann keine Chance ließ und zum 1:0 für seine Farben verwandeln konnte. Mario Gomez versuchte kurz darauf zu antworten, setzte aber einen Kopfball nach einer Linksflanke über das Tor. Die deutsche Auswahl hatte aber auch danach mehr Mühe mit den Kroaten als ihr lieb sein konnte und sah sich einer weiteren Gelegenheit des Kontrahenten ausgesetzt. HSV-Profi Ivica Olic legte per Kopf auf Nico Kranjcar ab, dessen Schuss zum Glück der Löw-Elf über den Querbalken flog.

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Lehmann verhinderte Schlimmeres

Erst nach etwas mehr als einer halben Stunde wurde dann auch die DFB-Auswahl richtig gefährlich. Zunächst parierte Kroatiens Keeper Stipe Pletikosa einen gefährlichen Freistoß von Kapitän Michael Ballack mit Glück und Geschick und nur kurz darauf bot sich Miroslav Klose und dem aufgerückten Christoph Metzelder die Doppelchance zum Ausgleich, die freilich ungenutzt bleiben sollte. Der Verteidiger von Real Madrid vergab indes gut fünf Minuten vor dem Pausenpfiff nach einer Ecke von Torsten Frings eine weitere Kopfballchance, allerdings verfehlte das Spielgerät dabei das Ziel am Ende nur knapp. Viel fehlte derweil auch im Gegenzug nicht, als Vedran Corluka Marcel Jansen schlecht aussehen ließ und sein Flankenball über Umwege bei Niko Kranjcar landete, dessen Schuss aus acht Metern Jens Lehmann erstklassig parierte und damit Schlimmeres verhinderte. Als Miroslav Klose die Kugel dann kurz vor der Pause zum vermeintlichen Ausgleich ins Tor der Kroaten beförderte, fand dieser Treffer keine Anerkennung, da Schiedsrichter Frank de Bleeckere aus Belgien zuvor ein Foulspiel von Mario Gomez an Torhüter Stipe Pletikosa ausgemacht hatte. Somit ging es für die DFB-Auswahl mit einem 0:1-Rückstand in die Kabinen.

Olic staubte zum 0:2 ab

In Durchgang zwei versuchten es zunächst Michael Ballack auf der einen, und Luca Modric auf der anderen Seite aus der Distanz, allerdings jeweils ohne Erfolg. Nach etwas mehr als einer Stunde und keiner wirklichen Verbesserung im deutschen Spiel, konnten die Kroaten dann gar auf 2:0 erhöhen. Der Schalker Ivan Rakitic flankte von der rechten Seite in den Strafraum. Lukas Podolski fälschte den Ball unglücklich ab, so dass die Kugel eine für Jens Lehmann nicht zu erwartende Flugbahn einnahm und am rechten Pfosten landete. Den Abpraller musste Hamburgs Ivica Olic dann nur noch über die Linie drücken. Nach 66 Minuten war die Partie unterdessen für Mario Gomez beendet. Der VfB-Torjäger, der gegen die kroatischen Innenverteidiger Josip Simunic und Robert Kovac einen schweren Stand hatte, musste dem offensiven Mittelfeldmann Bastian Schweinsteiger Platz machen. Am Spiel der Löw-Elf verbesserte sich allerdings auch durch die personelle Veränderung nichts. Im Gegenteil. Nach einer Ecke hätte Kroatien beinahe ein weiteres Mal getroffen. Erst in Minute 73 war dann auch das deutsche Team einem Erfolgserlebnis nahe.

Podolskis später Anschlusstreffer

Am Ende eines Konters kam Bastian Schweinsteiger in halblinker Strafraumposition zum Schuss und setzte die Kugel nur um Haaresbreite am langen Pfosten vorbei. Die Antwort gab Nico Krancjar mit einem Weitschuss, der Jens Lehmann allerdings nicht vor Probleme stellen sollte. Elf Minuten vor dem Ende gelang dem deutschen Team dann doch noch der Anschluss. Eine Flanke von Philipp Lahm legte Michael Ballack im Strafraum per Kopf ab. Der Abwehrversuch der Kroaten landete direkt vor den Füßen von Lukas Podolski, der keine Mühe hatte, seinen dritten Turniertreffer zu markieren. Doch auch Kroatien blieb weiter gefährlich. So zwang der eingewechselte Jerko Leko nur wenige Minuten nach dem 1:2 Jens Lehmann mit einem satten Schuss zu einer weiteren Parade. Bereits in der Nachspielzeit konnte schließlich Philipp Lahm in höchster Not eine flache Hereingabe von Mladen Petric vor dem heranstürmenden Luka Modric zur Ecke klären. Sekunden später sah schließlich Bastian Schweinsteiger nach einer Unbeherrschtheit gegen Jerko Leko die rote Karte, womit der negative Höhepunkt einer schwachen Darbietung der DFB-Auswahl erreicht war. Kurz darauf war die Partie dann zu Ende, so dass die Mannschaft von Joachim Löw im letzten Spiel gegen Österreich am kommenden Montag in Wien mindestens einen Punkt braucht, um das Viertelfinale erreichen zu können.

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