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Länderspiele, 19.06.2008

Deutsches Team im Halbfinale

Ohne Bundestrainer Joachim Löw, der von der UEFA nach seinem Disput mit dem vierten Offiziellen beim letzten Gruppenspiel gegen Österreich gesperrt wurde und deshalb nur auf der Tribüne Platz nehmen konnte, aber dafür einmal mehr mit zwei VfB-Akteuren in der Startformation ging die deutsche Nationalmannschaft am heutigen Donnerstagabend ihr Viertelfinalspiel bei der EM gegen Portugal an. Im Basler St. Jakob Park stand der zukünftige VfB-Schlussmann Jens Lehmann zwischen den Pfosten und Thomas Hitzlsperger bestritt seine erste Partie von Beginn an. Mario Gomez blieb derweil nur ein Platz auf der Bank, auf der auch Assistenztrainer Hansi Flick zu finden war und für eine Partie in die Rolle des Chefs schlüpfte. Auf der Bank der Portugiesen saß indes mit Fernando Meira ebenso ein VfB-Spieler.
Vor natürlich ausverkauftem Hause und unter den Augen von VfB-Mittelfeldspieler Sami Khedira sowie seinem mit der Schweiz bereits ausgeschiedenen Vereinskameraden Ludovic Magnin dauerte es 15 Minuten bis zur ersten halbwegs guten Möglichkeit. Simao setzte sich in halbrechter Strafraumposition durch und zog ab, fand aber aus spitzem Winkel seinen Meister im aufmerksamen Jens Lehmann.

Nuno Gomes schaffte den Anschluss

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Fünf Minuten später war Lehmann dann im Glück, dass Joao Moutinho eine Flanke von José Bosingwa nur mit dem Knie erwischte und der Ball deshalb knapp über das deutsche Tor flog. 120 Sekunden danach sorgte der erste wirkliche Angriff der deutschen Mannschaft für die überraschende 1:0-Führung. Lukas Podolski setzte sich auf links durch und flankte flach ins Zentrum, wo Bastian Schweinsteiger einen Schritt schneller als Paulo Ferreira war und aus Nahdistanz Portugals Schlussmann Ricardo keine Abwehrchance ließ. Und nur fünf Minuten später lag der Ball schon wieder im Kasten der Portugiesen. Einen Freistoß aus dem linken Halbfeld von Bastian Schweinsteiger konnte Miroslav Klose nahezu unbedrängt per Kopf zum 2:0 verwerten. Mit Wut im Bauch legten die Iberer danach eine Schippe drauf und drängten auf den Anschluss, während die DFB-Elf fortan ihr Heil in Kontern suchte. Fünf Minuten vor der Pause sollte Portugal schließlich der Anschluss gelingen. Cristiano Ronaldo drang in halblinker Position in den Strafraum ein und versuchte Jens Lehmann zu überwinden. Der zukünftige VfB-Schlussmann parierte zunächst erstklassig, doch Nuno Gomes konnte den Abpraller letztlich zum 1:2 verwerten. Bereits in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs verpasste Cristiano Ronaldo dann noch mit einem Schlenzer aus spitzem Winkel den möglichen Ausgleich und setzte die Kugel knapp am langen Pfosten vorbei.

Ballacks Kopfball brachte das 3:1

Die ersten Schüsse aus der Distanz verfehlten im zweiten Durchgang hüben wie drüben das Ziel, darunter auch ein Versuch von Thomas Hitzlsperger. Und als Nuno Gomes den Ball dann im deutschen Kasten versenkte, zählte der Treffer wegen einer Abseitsposition zurecht nicht. Anschließend vergab der aufgerückte Innenverteidiger Pepe nach einer Ecke und einer Kopfballverlängerung eine gute Chance seiner Elf. Mitten in der portugiesischen Drangphase schlug das deutsche Team aber mit dem 3:1 (62.) zurück, das nahezu eine Kopie des zweiten Treffers war. Einmal mehr hob Bastian Schweinsteiger einen Freistoß in die Mitte, wo in diesem Fall nicht Miroslav Klose, sondern Michael Ballack den Kopf hinhielt und vollendete. Philipp Lahm verfehlte danach das Tor aus der Distanz nur knapp und auf der anderen Seite parierte Jens Lehmann einen Versuch von Petit. 17 Minuten vor dem Ende durfte Thomas Hitzlsperger dann nach einer ordentlichen Leistung vorzeitig Feierabend machen. Seinen Platz nahm fortan Tim Borowski ein. Als Nächster versuchte es Portugals Spielmacher Deco mit einem Schuss, der jedoch sichere Beute von Jens Lehmann wurde und Lukas Podolski sowie Simao verfehlten danach das Ziel jeweils aus größerer Distanz.

Postigas Anschlusstor kam zu spät

Drei Minuten vor dem Ende kam Portugal dann doch noch einmal auf 2:3 heran. Der eingewechselte Nani flankte von der linken Seite mit dem rechten Fuß und fand den Kopf des gleichfalls eingetauschten Helder Postiga, der aus Nahdistanz Jens Lehmann keine Abwehrchance ließ. Die Mannschaft von Luiz Felipe Scolari drängte anschließend auf den Ausgleich, was dem deutschen Team Raum zum Kontern gab. Doch Tim Borowski verpasste die Möglichkeit, mit einem vierten Tor alles klar zu machen. Mit vereinten Kräften wurde die knappe Führung danach vollends verteidigt und der Halbfinaleinzug perfekt gemacht. Lukas Podolski hatte Sekunden vor dem Ende sogar noch eine weitere Möglichkeit, das Ergebnis zu erhöhen.
Während sich Jens Lehmann, Thomas Hitzlsperger und Mario Gomez sowie ihre DFB-Kollegen nun auf das Halbfinale am Mittwoch nächster Woche in Basel gegen den Sieger der morgigen Viertelfinalpartie Kroatien - Türkei freuen dürfen, ist die Europameisterschaft für den portugiesischen VfB-Kapitän Fernando Meira mit dieser Niederlage seiner Auswahlmannschaft vorzeitig beendet.

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