
Am letzten Tag des Winter-Transferfensters wechselte Finn Jeltsch vom 1. FC Nürnberg zum VfB. Für den 18-Jährigen ging mit dem Schritt in die Bundesliga ein Traum in Erfüllung. Nach seinem Startelf-Debüt am Sonntag bei der TSG Hoffenheim (1:1) möchte er weiterhin fleißig arbeiten. Im Interview erzählt der Verteidiger, wie er die Partie erlebte und die Eingewöhnung gelang – und was ihm bei seiner Entwicklung half.
Finn, Glückwunsch zu deinem Startelf-Debüt für den VfB und deinem ersten Bundesliga-Einsatz von Beginn an. Wie hat es sich trotz des 1:1-Remis angefühlt?
Finn Jeltsch: „Ich bin sehr glücklich über mein Startelf-Debüt, aber drei Punkte wären natürlich noch besser gewesen. Wir haben insgesamt eine gute Leistung gezeigt und hätten aus meiner Sicht den Sieg verdient gehabt. Der Tag wird dennoch ein ganz besonderer für mich bleiben: Es hat sich wie ein Heimspiel angefühlt, die Kulisse war extrem cool. Großen Respekt an die Fans, was sie abgerissen und wie sie uns unterstützt haben.“
Inwiefern habt ihr mit zwei Tagen Abstand schon Rückschlüsse gezogen, was ihr aus der Partie mitnehmen könnt?
Finn Jeltsch: „Positiv ist definitiv, dass wir häufig in gute Abschlusssituationen gekommen sind. Es waren oftmals auch herauskombinierte Möglichkeiten, darauf können wir auf jeden Fall aufbauen. Generell war unser Auftritt in der ersten Halbzeit noch einen Tick dominanter als im zweiten Abschnitt, auch daraus können wir lernen.“

Durch den Wechsel am letzten Tag des Winter-Transferfensters bestand keine Möglichkeit mehr, beispielsweise in einer Testpartie zunächst die Spielphilosophie des VfB kennenzulernen. Wie zufrieden bist du mit eurer Abstimmung im Abwehrverbund?
Finn Jeltsch: „Jeff (Chabot, Anm. d. Red.) und ich hatten im Training schon das eine oder andere Mal gemeinsam in der Innenverteidigung gespielt, das hatte gepasst. Generell ist Kommunikation sehr wichtig, da hat mir das gesamte Team geholfen, sodass wir insgesamt im Defensivverhalten als Mannschaft über weite Strecken gut harmoniert haben. Daran möchte ich anknüpfen und weiterhin gut trainieren.“
Du bist inzwischen etwas mehr als drei Wochen beim VfB. Wie hat dich das Team abseits des Rasens aufgenommen?
Finn Jeltsch: „Die Mannschaft hat mich richtig gut aufgenommen. Es macht Spaß, hier zu sein. Ich konnte mich rasch einleben, die Jungs machen es mir leicht. Auch der gesamte Staff und natürlich das Trainerteam helfen mir sehr. Zudem kenne ich über das reine Profiteam hinaus ein paar Jungs durch die U-Nationalmannschaften des DFB – einigen von ihnen bin ich schon über den Weg gelaufen, das ist natürlich cool, dass wir uns jetzt beim VfB wiedersehen.“
Finn Jeltsch:
Du lernst am besten, wenn du gegen möglichst gute Spieler antrittst, die dich auch körperlich sehr herausfordern.
Was macht die Wohnungssuche?
Finn Jeltsch: „Ich bin tatsächlich schon fündig geworden. Für mich gehört das zum Ankommen in der neuen Stadt einfach dazu, nicht allzu lange im Hotel zu leben, sondern lieber eine Wohnung zu beziehen, in der man sich wohlfühlt. Daher war mir das relativ wichtig, es schnell hinzubekommen.“
Du hast im Alter von 17 Jahren in der 2. Liga für den 1. FC Nürnberg debütiert und anschließend weitere 32 Profieinsätze gesammelt. Wie hat dir das für deine Entwicklung geholfen?
Finn Jeltsch: „Du lernst am besten, wenn du gegen möglichst gute Spieler antrittst, die dich auch körperlich sehr herausfordern – sei es im Training oder im Wettkampf. Daher haben mir die hohe Spielpraxis in der 2. Liga und das Vertrauen, das ich erhielt, enorm geholfen. Zumal die 2. Liga eine Klasse ist, in der es ordentlich zur Sache geht und die körperliche Robustheit eine Rolle spielt.“
Welche Unterschiede nimmst du zwischen dem Fußball in der 2. Liga und der Bundesliga nach deinen ersten Eindrücken wahr?
Finn Jeltsch: „Die größten Unterschiede sind das Spieltempo und schlichtweg die Qualität, sowohl der gegnerischen Mannschaften als auch der einzelnen Spieler. Zwar ist das in der 2. Liga ebenfalls auf einem echt guten Niveau, aber die Bundesliga ist nochmal eine andere Nummer. Das macht schon richtig Bock, sich auf diesem Niveau messen zu dürfen. Ich möchte einfach weiterhin schnell auf dieses neue Level kommen und dadurch hinzulernen.“
